Donnerstag, 23. März 2017

Die Creamtour

Am letzten Wochenende hatten wir Besuch aus Australien. Mein Meisterschulkollege Karl-Heinz Schott hat uns in unserem kleinen Paradies besucht und auch etwas besseres Wetter mitgebracht. Unsere Freundin Elisabeth hatte eine wunderbare Idee - es gibt hier die Möglichkeit mit einem großen Katamaran die Bay of Islands zu befahren und nach ihren Worten "war man nicht hier," wenn man diese Tour nicht mitgemacht hat....
Die Creamtour war in früherer Zeit eine reine Versorgungsfahrt - die " Cream", also Milch wurden von den verstreuten landwirtschaftlichen Betrieben per Schiff abgeholt und dann zur Weiterverarbeitung auf das Festland gebracht. Dabei bekamen die Bauern auch die Post und andere Produkte gebracht, die für ihr Leben fernab der Zivilisation notwendig waren. Heute ist dies Tour ein Touristenvergnügen - man kann das Schwimmen mit Delphine buchen und insgesamt steht die Natur - und Meeresbeobachtung im Vordergrund.
Morgens um 9:30 ging die Fahrt vom Anleger los.

Da ist die Stimmung noch gut....


Das Wetter war zwar etwas durchwachsen, aber es blieb die ganze Zeit trocken und der Himmel bot immer wieder beeindruckende Schauspiele.


Wir hatten mit Bill einen sehr unterhaltsamen Kapitän, der über profundes Wissen - nicht nur über die Meeresbewohner, sondern auch über Land und Leute verfügt. So gab er mit dem ihm eigenen, manchmal etwas derben Humor viele Geschichten zum besten.


Besonders stolz war er, dass er uns auf dieser Tour zwei verschieden Arten von Delphinen zeigen konnte. Die Bottlenose-Dolphins hatten allerdings Jungtiere dabei, deshalb fiel das Schwimmen mit den Meeressäugern aus. Die Sterblichkeit bei jungen Delphinen liegt in den ersten beiden Lebensjahren bei über 40%. Da wäre es fahrlässig, die Kleinen mit uns Menschen zu konfrontieren, die den Tieren bei Berührung sogar Hautkrankheiten anhängen können.



Wir hatten leider nicht bedacht, dass Konrad schon bei leichten Schaukelbewegungen Probleme mit dem Magen bekommt und so hatte der Arme doch ganz schön zu leiden - für mich ging es alles ganz gut, weil die See sehr ruhig war.


Elisabeth - Karl - Konrad



Karl und ich :-)

Nach cirka 3 Stunden kam dann die- besonders von Konrad -  ersehnte Unterbrechung auf Urupukapuka machten wir eine Mittagspause - aber nicht, bevor nicht die jungen Wilden an Bord und ein Boat-Netting getestet hatten.


Ich war ganz froh, dass ich mir das verkniffen hatte......

Auf Urupukapuka hatten wir es schön, das Restaurant bot tolle Salate an und Karl und ich haben es uns während der Wartezeit nicht nehmen lassen, mal eben auf den Hausberg der Insel zu klettern...( ich war vollkommen aus der Puste, keine Kondition mehr!!) Dort oben hatten wir einen raumhaften Ausblick auf die Bay und Karl ließ sich hinreißen, laut darüber nachzudenken, ob man nicht auch in Neuseeland leben könne.....



Da geht einem schon a bisserl das Herz auf, oder?!
Die Tour ging nun munter weiter, vorbei an - in Neuseeland einzigartigen - Basaltsteinformationen und dann zum Leuchtturm am Ende des Cape Brett Tracks. Dort lebte früher der Leuchtturmwärter samt Familie vollkommen abgeschnitten von jeder Zivilisation. Vom Festland bei Rawhiti  laufen geübte Wanderer mindestens fünf Stunden, wir Normalsterbliche brauchen einen ganzen Tag. Es gab Zeiten, da liefen hier 14 (!) Kinder hier herum....


Die Basaltformationen - Black Rocks


Direkt an dieser kleinen Bucht lag ein Segelboot vor Anker - mit diesem Schiff kann man drei Tage auf See bei Vollpension die Bay of Islands erkunden...für seefeste Zeitgenossen bestimmt traumhaft schön!


Nun ging es dem nächsten Höhepunkt entgegen: Das " Hole in the Rock " An dieser Stelle hat das Meer einen Durchgang durch einen Felsen geschaffen, der so groß ist, dass bei guten Bedingungen auch Schiffe, wie das unsrige durchfahren können. Und wir hatten Glück! Mit großem Geschick - und viel Eigenlob hat Käptn Bill die Sache gedeichselt....Die Sensation wartete aber dann erst nach der Passage auf uns - eine Menge Seevögel auf dem Wasser signalisierten schon, dass etwas im Gange war...




Ich habe noch nie in meinem Leben soooo viele Fische auf einmal gesehen....Das Wasser kochte buchstäblich. Leider hatte ich nur die Kamera ohne Sucher dabei und im Display konnte ich kaum erkennen, was ich aufs Bild bekam....aber einen Eindruck bekommt man schon, oder?

Das war ein richtig toller Abschluss dieses wunderschönen Ausflugs und wir waren ( fast) alle ganz beseel, als wir nach sieben Stunden auf See wieder in Russell anlegten!

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